Häufig gestellte Fragen

Sattelunterlagen / Schabracken

Allgemeines
Formen
Material
Steppung

Farben
Größen / Abmessungen
Pads

Füllung
Beriemung
Verarbeitung
Galerie mit Beispielen

Bürsten

Welche Grundmaterialien werden für unsere Bürsten verarbeitet?
Was sind Naturfasern?
Was ist eine Union-Mischung?
Was ist Fibre (mexikanische Fibre)?
Wie wird die Kokosfaser gewonnen und verarbeitet?
Woher stammt die Arengafaser und welche Eigenschaften besitzt Arenga?
Woher stammt das Rosshaar und wie wird es für den Einsatz in Bürsten verarbeitet?
In welchen Bereichen kommt Rosshaar noch zur Anwendung?
Was versteht man unter Naturborsten = Schweineborsten (Borsten vom Hausschwein)?
Wie werden die Naturborsten zur Verarbeitung aufgearbeitet?
Warum sind Naturborsten hauptsächlich Importware?
Was versteht man unter Wildschweinborsten und welche Eigenschaften besitzen diese?
Wie wird Ziegenhaar gewonnen und welche Eigenschaften besitzt es?
Wie wird Ziegenhaar für eine lange Lebensdauer gepflegt?

 

Schabracken

Allgemeines

In unserem Online-Designer / Konfigurator können Sie aus vielen verschiedenen Formen, Farben, Steppungen, Einfassbändern und Kordeln wählen. Stellen Sie sich Ihre individuelle Sattelunterlage nach Ihren Wünschen zusammen. Egal ob Satteldecke, Schabracke, Antikschabracke oder auch eigene Formen von Sattelunterlagen, (fast) alles ist machbar. Die Decken sind aus hochwertigem Baumwollköper, Baumwollsamt und Microfaservelour, entsprechend Ihrem Volumen mit Polyesterwatte oder Polyestervlies gefüllt. Auf Wunsch können die Unterlagen auch mit einem extra anatomischen Schnitt, einem Wulst (dann ohne Gurtstrupfen) oder Fell am Widerrist produziert werden. Bei weiteren Sonderwünschen helfen wir gerne weiter.

Formen

Im Schabracken-Konfigurator gibt es derzeit 23 verschiedene Formen von Sattelunterlagen. Sollten Sie eine andere Form wünschen, ist auch dies kein Problem. Einfach eine Skizze mit Maßangaben senden, oder noch besser eine 1:1 Skizze Ihrer Wunschvorstellung. Hier hilft z.B. eine alte Schabracke zum Zerschneiden, oder ein Stück Stoff, welches auf dem Pferd unter dem Sattel als Vorlage in Form gebracht werden kann. So sind auch Unterlagen für Spezialsättel bzw. -formen machbar. 

Material

Vorwiegend verwenden wir hautfreundlichen Stoff aus 100% Baumwolle, 100% Baumwollsamt oder 100% Polyester (Mikrofaser).
Die meisten Unterlagen haben als Unterseite 100% Baumwollköper, allerdings gibt es einige Kombinationen, welche mit einer Veloursunterseite aus 100% Polyester (Microfaser) ausgestattet sind.
Auf jeden Fall mit Mikrofaserunterseite ausgestattet sind die Steppungen: Kleinstepp Classic und hexaklein.

Sollten Sie besonderen Wert auf die Unterseite legen, vermerken Sie dies bitte bei der Bestellung.

Steppungen

Unterschiedliche Steppungen bedeuten auch unterschiedliche Festigkeiten. Je größer eine Steppung, desto "fluffiger" ist die Unterlage. Wollen Sie eher eine feste dünne Unterlage, wählen Sie eine kleinere Steppung. Die Steppung "kleinstepp extra" wird mit einem doppelten Polyestervlies gesteppt, dies macht die Unterlage fest und dünn. Sie entspricht den früher recht klassischen Unterlagen bekannter Hersteller. Bitte beachten Sie, dass die Steppnähte immer in schwarz oder weiß sind, dies hängt von der Stofffarbe ab. Es wird nie mit Garn in Stofffarbe gesteppt, außer selbstverständlich bei ebenholz und edelweiss. Sollten Sie unsicher sein, schauen Sie in unsere Kundengalerie oder fragen Sie uns! 

Größen / Abmessungen
Schabracken Pferd   Pony  
  RL SL RL SL
DR 62 cm 54 cm 55 cm 45 cm
VS 59 cm 52 cm 55 cm 45 cm
SP 61 cm 48 cm 56 cm 43 cm
SPI 59 cm 47 cm    
ADR 63 cm 53 cm    
AVS 62 cm 52 cm    
KB 64 cm 65 cm    
Satteldecken Pferd   Pony  
DR 54 cm 58 cm x cm x cm
VS 54 cm 54 cm x cm x cm
Reitpad Spezial RS Pferd      
alle Formen 68 cm 52 cm    
LaBona Pferd      
  52 cm 47 cm    
Filzsattel        
Barock 65 cm 47 cm    
Klassik 65 cm 47 cm    
Skuggi 65 cm 46 cm    
Minimal 65 cm 32 cm    
Masse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Pads

Pads für unterschiedliche Sättel. Rückenlänge 70 cm, Seitentiefe ca. 45 cm.
Modell Hidalgo mit Fellimitat Unterseite und Einschubtaschen für Verbundschaumeinlagen o.ä. Einlagen werden nicht angeboten. Es sind nur folgende Steppungen dafür geeignet: birdy, riva, mobile und kleinstepp classic. Alle anderen können nicht verarbeitet werden. Bei dem Kunstfell handelt es sich um dickes, mittelbraunes Vestan.
Modelle Dakota und Cheyenne sind wahlweise mit oder ohne schwarzem Kunstfell ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein etwas dünneres Vestan. Diese Pads sind ohne Taschen und optional mit Kordeln auszustatten.

Füllung

Die Füllung der beiden Steilrauten-Steppungen und dem großen Karostepp besteht aus Polyesterwatte, dies macht die Decke etwas voluminöser. Bei den Steppungen Birdy und Kleinstepp wird Polyestervlies verwendet, bei dem Kleinstepp sogar doppelt, das macht die Satteldecke noch etwas fester und formstabiler.

Beriemung

Die Beriemung wird immer farblich passend zur Satteldecke angenäht. Die Länge der Sattelstrupfen ist bei all unseren Decken durch einen Klettverschluss variierbar. Wenn Sie eine Decke mit Wulst bestellen, entfällt die Beriemung, da der Sattel durch den Wulst in seiner Position gehalten wird.

Verarbeitung

Im Wirbelsäulenbereich werden die Kanten der Sattelunterlage gestossen und mit Nahtband von oben und unten versehen. Dadurch entstehen keine Doppelungen des Stoffes und keine steifen Nähte, was natürlich viel angenehmer für Ihr Pferd ist.
Alle Sattelunterlagen werden ausnahmslos in Deutschland und individuell gefertigt.

 

Bürsten

Welche Grundmaterialien werden für unsere Bürsten verarbeitet?

Unsere Bürstenkollektion "Made in Germany" bestehen aus reinen Tierhaaren oder reinen Pflanzenfasern in besten Qualitäten. Das garantiert die optimale Aufnahme des Schmutzes und eine hohe Langlebigkeit. Als Bürsten- und Kardätschenrücken verwenden wir im Standard Hölzer aus heimischer Buche oder für den besonderen Geschmack, exclusiv hochwertiges Edelholz vom Birnbaum. Da jedes Baumholz eine besondere Farbe und Maserung besitzt, kaufen Sie ein Unikat. Die Oberflächen werden mit Bienenwachs veredelt oder bleiben vollkommen unbehandelt. Fast alle Kardätschenhölzer sind gedämpft und somit noch resistenter gegen Wasser. Der handriemen wird aus starkem und ungefärbtem Naturleder gefertigt.

Gute Bürsten herzustellen erfordert handwerkliches Können und eine genaue Kenntnis der für die unterschiedlichen Zwecke geeigneten Materialien. Es wäre ein Verlust, wenn dieses Wissen und Können sowie die arbeitsintensive und umweltfreundliche Fertigungsweise vollends der Massenproduktion zum Opfer fielen.  

Was sind Naturfasern?

Naturfasern sind alle Fasern, die von natürlichen Quellen wie Pflanzen, Tieren oder Mineralien stammen und sich ohne weitere chemische Umwandlungsreaktionen direkt einsetzen lassen. Sie sind damit abzugrenzen von Chemiefasern, die synthetisch hergestellt werden. Keine Naturfasern sind Regeneratfasern (z.B. Viskose aus Holz oder Bambus). Auch die relativ kurzen Holzfasern werden oft gesondert betrachtet. Naturfasern können organischen (pflanzlich oder tierisch) oder anorganischen Ursprungs (mineralisch) sein.

Was ist eine Union-Mischung?

Reine Naturfasern Union bezeichnet eine Fasermischung aus Fibre und Bassine, den Fasern aus den Blattstängeln der Sagopalme, einer Verwandten der Zuckerpalme. Die Fasermischung ist robust und wird z.B. für Fegbürsten und Waschbürsten eingesetzt.

(Als Union wird die Mischung aus Blattfasern der Agave und verschiedenen, dunklen Palmfasern bezeichnet. Die Faser wird zur Herstellung von Bürsten für den äußerst harten Einsatz und bei starken Verschmutzungen verwendet. Eine besondere Eigenschaft ist ihre Hitze- und Säurebeständigkeit.)

Was ist Fibre (mexikanische Fibre)?

Fibre (engl.=Faser) ist eine gelbe Naturfaser. Sie wird aus den Blattrippen hauptsächlich zweier Agavenarten gewonnen, die auf dem mexikanischen Hochplateau wachsen.

Ursprünglich wurden die Blätter von wildwachsenden Pflanzen gesammelt. Später, als eine stärkere Nachfrage nach Mexicofibre einsetzte, wurden auch Plantagen angelegt. Versuche scheiterten, die Fibre liefernden Agavenarten auch in anderen tropischen Hochländern anzubauen, etwa in Ostafrika oder auf Java. Die Pflanzen konnten dort keine für die Bürsten- oder Pinselherstellung geeigneten Fasern entwickeln, so dass Mexiko für Fibre ein natürliches Monopol hat. Vom dritten Lebensjahr an werden in den Plantagen die Blätter drei- oder viermal im Jahr geerntet. Die fertig zugerichtete Faser trägt die Handelsbezeichnung "Tampico-Fibre", benannt nach der Hafenstadt Tampico.

Die Vorzüge von Fibre bestehen in außergewöhnlicher Widerstandsfähigkeit gegen Säure, Lauge und Hitze, ebenso hoher Elastizität und optimaler Wasserabsorbierung. Daher hat die Naturfaser Fibre in den Bereichen Scheuerbürsten, Badebürsten, Massagebürsten und Spülbürsten ihren hohen Stellenwert. Sie hat ein hohes Wiederaufrichtvermögen.

Wie bei vielen Naturfasern so gibt es hier auch synthetisch hergestelltes Fibre. Naturfibre hat eine höhere Widerstandsfähigkeit.

Wie wird die Kokosfaser gewonnen und verarbeitet?

Die Kokosfaser, die bei der Bürsten- und Besenherstellung ein etwa ähnliches Einsatzgebiet wie Mexicofibre findet, stammt von der Frucht der Kokospalme (Cocos nucifera). Die Fasern lagern zwischen der äußeren lederartigen Schale und der eigentlichen Kokosnuss; sie können bis zu 30 cm lang sein. Die wichtigsten Eigenschaften der Kokosfasern sind ihre Zähigkeit, ihre Nassfestigkeit und ihr geringes Gewicht. Die bedeutendsten Lieferländer von Kokosfasern sind Sri Lanka und Indien.

Zur Herstellung von Fußmatten, Läufern und Teppichen wird die Kokosfaser zu Garn versponnen. Zur Herstellung von Bürsten- und Besenfasern bleibt sie unversponnen, wird zwischen zwei Walzen plattgedrückt, danach in Wasserbecken eingeweicht und anschließend mehrmals gekämmt. Die Abfälle, die beim Kämmen entstehen, finden als Isoliermaterial Verwendung und dienen der Herstellung von Packpapier und Filz.

Woher stammt die Arengafaser und welche Eigenschaften besitzt Arenga?

Arenga oder Gemuti ist eine besonders kräftige Blattscheidenfaser. Sie stammt hauptsächlich von der Palme Arenga saccharifera (indonesische Zuckerpalme), die in Südostasien weit verbreitet ist. Ihre natürliche Farbe ist dunkelgrau bis blauschwarz, und sie erreicht Längen von bis zu 1,20 Meter. Arenga ist feiner und weicher als die anderen Palmfasern und trotzdem zäh und elastisch. Bürsten und Besen, die mit dieser Faser eingezogen wurden, beseitigen sehr gut feuchten Schmutz und Ölreste.Die Fasern sind wasser-, säure-, laugenbeständig und abriebfest.

Woher stammt das Rosshaar und wie wird es für den Einsatz in Bürsten verarbeitet?

Als Rosshaar werden das kürzere und härtere Körperhaar sowie das Schweif- und Mähnenhaar des Pferdes bezeichnet. Es wurde früher überall, wo Pferdezucht betrieben wurde, für den Markt gesammelt. Es wurde zunächst mit Wasser ausgekocht und dann durch Hecheln und nach der Farbe sortiert. Der Ausdruck "Rosshaar" umfasst hauptsächlich Mähnen- und Schweifhaar. Die Haarqualität ist abhängig von Rasse, Geschlecht, Klima und Jahreszeit sowie der Haltung der Tiere. Füchse und Isabellen liefern braunes Haar. Die besonders begehrten weißen Haare stammen vom Schimmel. Im allgemeinen sind Winterhaare besser (kräftiger) als Sommerhaare. Die Haare werden zunächst sortiert auf Längen, Farben und Stärken. Der dabei anfallende Staub gilt als begehrter Dünger und die kurzen Haare gibt man an Rosshaarspinnereien weiter. Die Haarbüschel von annähernd gleicher Länge werden nun mit einer Maschine oder von Hand gekämmt und zu Bündeln von ca 5cm Durchmesser geradegebunden. Diese Bündel werden gekocht und anschließend im Trockenofen getrocknet. Danach werden sie mit der Stockschere auf die gewünschte Länge zugeschnitten und in die verschiedenen Bürsten- und Besenhölzer eingezogen. Es werden auch Fesselhaare der Tiere verwendet, aber für die Bürsten- und Besenherstellung sind diese zu weich und daher kaum von Bedeutung.

In welchen Bereichen kommt Rosshaar noch zur Anwendung?

Die langen Haare wurden früher vor allem zur Herstellung der von Frauen und Männern des Adels getragenen Perücken verwendet. Die kurzen Haare wurden in Zöpfe zusammengedreht (Krull- oder Krollhaar) und als Polstermaterial, als Füllung für Matratzen, Rosshaarkissen und Reitsattel oder in der Schneiderei als Einlage verwendet. Es wurden auch ganze Rosshaardecken hergestellt. Außerdem wurden sie von Bürstenmachern und von Siebmachern verarbeitet, in der Fischerei fertigte man daraus Angelschnüre. Auch heute noch wird das klassische Polstermaterial verwendet. Für Vollpolstermatratzen wird durch eine Heißdampfbehandlung die Sprungkraft noch einmal verstärkt.

Ein besonderes Anwendungsgebiet von Rosshaaren ist die Bespannung von Streichbögen.

Rosshaareinlagen fanden ihre Anwendung bis vor wenigen Jahren noch in der klassischen Schneiderei und Kürschnerei für die Wattierung der Vorderteile von Sakkos oder Mänteln. Dafür wurde das zu Zöpfen verdrehte Haar entweder mit der Hand zerzupft oder mit der Krempelmaschine (Krempelbock) zerfasert, es entsteht dabei ein fast federndes, sehr elastisches Produkt. In der Kürschnerei wurde es u.a. in der Hauptzeit der Muffmode, meist in der Massenherstellung in der Konfektion, zusammen mit Watte anstelle von Daunenbeuteln verwendet.

Rosshaare sind nicht allein verspinnbar, sondern nur indem man sie mit Baumwolle umspinnt, kann man sie zu einem endlosen Schussgarn formen. Mit Leinengarn verwebter Rosshaarfaden wurde im Bekleidungshandwerk als Rosshaareinlage oder einfach als „Rosshaar“ gehandelt. Es wurde bis zuletzt in reiner Handarbeit (Pikierstich) mit dem Oberstoff verbunden, insbesondere für Vorderteil, und Revers. Diese aufwändige Verarbeitungsform fand ausschließlich bei hochwertiger Bekleidung Anwendung, die hohe Sprungkraft des Rosshaars gab dem Teil einen dauerhaften glatten Fall.

Was versteht man unter Naturborsten = Schweineborsten (Borsten vom Hausschwein)?

Der alleinstehende Begriff "Borsten" darf nur für Schweineborste verwendet werden, Gültigkeit hat allerdings auch die Bezeichnung "Naturborsten". Verwendung finden in der Bürstenproduktion hauptsächlich die langen und kräftigen Borsten der Rückenpartie. Der Vorteil der Schweineborste liegt in ihrer Kochfestigkeit sowie in ihrer Eigenschaft, Fett aufzunehmen und gleichermaßen wieder abzugeben. Verarbeitet werden die Borsten zu Bürsten aller Art wie z.B. Kardätschen, Bade-, Massage- und Haarbürsten. Es ist wichtig, die Bürste nach Gebrauch immer mit den Borsten nach unten trocken zu lagern, um Staunässe im Holz zu vermeiden und die Qualität der Bürste zu erhalten.

Wie werden die Naturborsten zur Verarbeitung aufgearbeitet?

Die angelieferte Rohware ist meistens verfilzt und wird zunächst einem Auflockerungsprozess namens "Wolfen" unterzogen, gewaschen und je nach Bedarf gebleicht. Bei diesen Vorgängen werden brauchbare von unbrauchbaren Borsten getrennt. Nun werden die von Natur aus krummen Borsten in Bäckerbunde oder auf Spindeln gerade gebunden und gekocht, was sie in ihrer neuen, geraden Form erhält und eine weitere Reinigung und Desinfektion bewirkt. Früher wurden die gebundenen Borsten beim Bäcker im Backofen getrocknet, daher rührt der Ausdruck "Bäckerbunde". Heute geschieht alles maschinell, auch das anschließende Gleichrichten. Durchreiben, Kämmen und Aufstoßen der Ware. Diese wird nun in Aluminiumdosen gelegt und einem zweiten Koch- und Trocknungsprozess zugeführt. Darauf folgt das "Zupfen" der Borsten, womit das Sortieren auf Länge gemeint ist. Anschließend werden sie zum dritten Mal gekocht, getrocknet, in Papiermanschetten gebunden, dann ausgekämmt und auf exakte Länge plangezupft. Jetzt folgt das "Sieben", wobei die letzten einzelnen, falsch liegenden Borsten entfernt werden. Mit dem Schleifen der Kopfseite der Borsten endet der aufwendige Aufbereitungsprozess.

Warum sind Naturborsten hauptsächlich Importware?

Das Borstenwachstum bei Schweinen hängt vor allem vom Alter sowie der Tierhaltung ab. Beim europäischen Hausschwein findet nur das schwere Winterhaarkleid Verwendung. Der hohe technische Aufwand und die geringe Borstenproduktion der dafür zu früh geschlachteten Schweine sind die Hauptgründe für den Borstenimport. Verarbeitet wird zur Zeit hauptsächlich Importware aus China. In diesem Land überwiegt immer noch die Freilandhaltung der Schweine, was die hohe Qualität der Borsten erklärt. Immerhin leben auch 40% des Weltschweinebestandes - das sind über 300 Millionen Schweine - in China.

Was versteht man unter Wildschweinborsten und welche Eigenschaften besitzen diese?

Das Wildschwein liefert die längsten, kräftigsten und damit hochwertigsten Naturborsten. Im Gegensatz zum Hausschwein, dessen Winterkleid verwendet wird, ist beim Wildschwein auch das Sommerkleid kräftig genug und damit zur Verarbeitung geeignet. Das liegt an dem Leben der Tiere in der freien Wildbahn und dem erreichen eines hohen Alters. Die Verarbeitung erfolgt wie beim Hausschwein. Da die Wildschweinborsten seltener, kräftiger und hochwertiger sind, finden sie hauptsächlich in der Herstellung edler Bürsten Verwendung, wie z.B. Kardätschen, Haar- und Kleiderbürsten. Die besten Bürsten werden aus dem ersten Schnitt hergestellt. Verwendung findet hierfür das erste Drittel und damit der kräftigste Teil der Borsten, welcher sich an den deutlich sichtbaren braun-weißen Haarwurzeln erkennen lässt. Das etwas weichere zweite Borstendrittel findet z.B. in der Herstellung hochwertiger Kleiderbürsten Verwendung.

Wie wird Ziegenhaar gewonnen und welche Eigenschaften besitzt es?

Das hochwertige Haar für unsere handgemachte Ware stammt von der chinesischen Langhaarziege. Verwendet wird von uns aber nur das veredelte, doppelt gezogene Rohmaterial von bester Qualität. Ziegenhaar dieser Güte zeichnet sich besonders durch seine staubbindende Eigenschaft aus und ist daher für die Pflege hervorragend geeignet. Je nach Größe der zu entstaubenden Fläche verwendet man Besen, Bürsten, Pinsel oder Wedel.

Wie wird Ziegenhaar für eine lange Lebensdauer gepflegt?

Staubiges Ziegenhaar lässt sich besonders einfach mit eiem Metallkamm auskämmen und kann hin und wieder mit lauwarmer Seifenlauge oder mit Haarschampoo ausgewaschen werden. Dabei ist beim anschließenden Trocknen darauf zu achten, dass der Wedel oder die Bürste in einem Handtuch ausgedrückt wird und hängend an der frischen Luft oder bei Zimmertemperatur (nicht auf der Heizung) kopfüber getrocknet wird. Unsere handgemachten Helfer danken Ihnen eine solche Pflege mit einer langen Lebensdauer.